Zum Inhalt springen
die-beautyoase.de

Augen & Wimpern

Augencreme richtig auftragen: Menge, Technik, Zeitpunkt

Wie viel Augencreme genügt, wohin sie gehört und warum Klopfen besser ist als Reiben. Eine ruhige Anleitung für die empfindliche Haut rund ums Auge.

4 Minuten LesezeitRedaktion die-beautyoase.de

Frau mit geschlossenen Augen streicht einen Streifen heller Creme auf ihre Wange
Inhalt
  1. Warum die Augenpartie eigene Regeln hat
  2. Die richtige Menge
  3. Schritt für Schritt auftragen
  4. Morgens oder abends?
  5. Inhaltsstoffe, die am Auge häufig gut funktionieren
  6. Fehler, die du vermeiden kannst
  7. Häufige Fragen

Die Haut rund ums Auge ist dünner als im restlichen Gesicht und hat weniger Talgdrüsen. Sie reagiert schneller auf Reibung, auf zu viel Produkt und auf Wirkstoffe, die an der Wange kein Problem sind. Deshalb zählt hier weniger, was du aufträgst, als wie du es tust.

Warum die Augenpartie eigene Regeln hat

Wir blinzeln den ganzen Tag, lachen, kneifen die Augen zusammen. Die zarte Haut wird ständig bewegt. Dazu kommt mechanische Belastung durch Abschminken und Augenreiben. Trockenheitsfältchen zeigen sich hier oft zuerst.

Pflege kann diese Haut geschmeidig halten und Trockenheit mildern. Tränensäcke, tiefe Falten oder genetisch bedingte Schatten lassen sich mit einer Creme nicht wegpflegen. Wer das weiß, wählt Produkte gelassener aus.

Auch der Lebensstil zeichnet sich an dieser Stelle schnell ab. Wenig Schlaf, trockene Heizungsluft und lange Stunden am Bildschirm lassen die Augenpartie müde wirken. Eine Creme kann das Hautgefühl verbessern. Schlaf und Pausen ersetzt sie nicht.

Die richtige Menge

Für beide Augen zusammen genügt eine Menge von der Größe eines Reiskorns. Mehr hilft nicht mehr. Zu viel Creme kann ins Auge wandern und es reizen. Manche Menschen neigen bei sehr reichhaltigen Produkten zudem zu kleinen weißen Körnchen unter der Haut, sogenannten Milien.

Merkst du, dass die Creme nach einigen Minuten noch als Film auf der Haut liegt, war es zu viel. Nimm den Überschuss mit dem Fingerrücken ab und verteile ihn auf dem Handrücken. Beim nächsten Mal nimmst du etwas weniger.

Kurz gesagt: Ein Reiskorn für beide Augen, mit dem Ringfinger auf den Knochenrand klopfen, nicht reiben und Abstand zum Wimpernkranz halten.

Schritt für Schritt auftragen

  1. Hände waschen. Alles, was an den Fingern ist, landet sonst am Auge.
  2. Produkt anwärmen. Verteile die Reiskorn-Menge zwischen beiden Ringfingern.
  3. Punkte setzen. Tupfe drei bis vier kleine Punkte auf den unteren Knochenrand der Augenhöhle, von innen nach außen.
  4. Einklopfen. Klopfe mit dem Ringfinger sanft entlang des Knochens, bis die Creme eingezogen ist. Der Ringfinger übt von allen Fingern am wenigsten Druck aus.
  5. Brauenknochen nicht vergessen. Ein Rest darf unter die Augenbraue. Das bewegliche Lid bleibt meist frei.
  6. Einziehen lassen. Warte einige Minuten, bevor Make-up oder weitere Produkte folgen.

Morgens oder abends?

Beides ist möglich, die Aufgaben unterscheiden sich:

Zeitpunkt Sinnvolle Textur Worauf du achtest
Morgens Leichtes Gel oder Fluid Zieht schnell ein, Concealer hält besser
Abends Etwas reichhaltigere Creme Nach dem Abschminken, vor einem Wimpernserum

Tagsüber gehört auch an die Augenpartie Sonnenschutz. Eine Sonnenbrille schützt zusätzlich und verhindert, dass du die Augen zusammenkneifst.

Ein kleiner Trick für den Morgen: Bewahre dein Augengel im Kühlschrank auf. Die Kühle fühlt sich angenehm an und lässt die Partie für den Moment wacher wirken. Mit einer besonderen Wirkung des Produkts hat das nichts zu tun, es ist schlicht der Effekt der Kälte.

Wenn du abends ein Wimpernserum verwendest, kommt die Augencreme zuerst und muss eingezogen sein. Der Wimpernkranz selbst sollte sauber, trocken und frei von Creme bleiben. Wann genau das Serum folgt, steht in den Herstellerangaben, etwa auf der Seite von QUALASH. Wie du die Wochen mit einem Serum sinnvoll festhältst, zeigt das Wimpernserum-Tagebuch.

Inhaltsstoffe, die am Auge häufig gut funktionieren

  • Feuchthaltemittel wie Glycerin und Hyaluronsäure binden Wasser in der obersten Hautschicht.
  • Lipide wie Ceramide oder Squalan machen die Haut geschmeidig.
  • Peptide werden in vielen Augencremes eingesetzt. Was hinter der Stoffgruppe steckt, erklärt der Beitrag Peptide in der Kosmetik.
  • Koffein findet sich oft in Gelen für den Morgen. Der Effekt ist kosmetisch und vorübergehend.

Vorsicht ist bei Duftstoffen, ätherischen Ölen und hoch dosierten Säuren geboten. Retinol am Auge vertragen manche gut, andere gar nicht. Beginne damit nur mit Produkten, die ausdrücklich für die Augenpartie gedacht sind.

Fehler, die du vermeiden kannst

  • Reiben und Ziehen. Jede Dehnung belastet die dünne Haut unnötig.
  • Zu nah am Auge auftragen. Brennende, tränende Augen am Morgen sind oft die Folge.
  • Creme direkt vor dem Schlafen dick auftragen. Im Liegen verteilt sie sich leichter in Richtung Auge. Gib ihr vor dem Zubettgehen etwas Zeit.
  • Tiegel mit ungewaschenen Fingern. Spender und Tuben sind hygienischer.
  • Wunder erwarten. Gute Augenpflege wirkt leise: weniger Trockenheit, glattere Oberfläche, ein angenehmes Hautgefühl.

Sind die Lider anhaltend gerötet, schuppig oder geschwollen, steckt möglicherweise eine Unverträglichkeit oder eine Hauterkrankung dahinter. Das gehört ärztlich abgeklärt.

Häufige Fragen

Brauche ich eine eigene Augencreme?

Nicht zwingend. Viele vertragen ihre milde Gesichtscreme auch am Auge. Eine Augencreme ist sinnvoll, wenn deine Gesichtspflege dort brennt, zu reichhaltig ist oder reizende Wirkstoffe enthält.

Hilft Augencreme gegen Augenringe?

Nur begrenzt. Dunkle Schatten haben oft anatomische oder erbliche Gründe. Eine Creme kann die Haut glatter und frischer wirken lassen, die Ursache ändert sie nicht.

Wie nah darf die Creme an den Wimpernkranz?

Bleib auf dem Knochenrand der Augenhöhle. Durch Wärme und Blinzeln wandert das Produkt von selbst etwas näher ans Auge.

Dieser Beitrag informiert allgemein über Kosmetik und Pflege und ersetzt keinen ärztlichen Rat. Bei anhaltenden Beschwerden an Haut oder Augen wende dich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.

Weiterlesen

Mehr aus der Beautyoase